10. IBO 1999 in Uppsala (Schweden)

4. bis 11. Juli 1999
 Das Team 1999
Die strahlenden Siegerinnen und Sieger der Biologieolympiade im Audimax der Universität Uppsala (v. l.: Till Ischebeck, Bettina Tonn, Arite Franz, Annette von Vietinghoff)

Die deutsche Schülerdelegation der Internationalen Biologieolympiade in Uppsala durfte sich im Sommer 1999 wieder einmal über sehr gute Ergebnisse freuen. Mit der diesjährigen Auswahl dreier Schülerinnen und eines Schülers wurde gleich viermal Edelmetall errungen. Arite Franz aus Chemnitz bekam eine Goldmedaille, Bettina Tonn aus Leipzig und Till Ischebeck aus Münster holten jeweils Silber, und Annette von Vietinghoff aus Hannover konnte Bronze erringen. Deutschland nimmt mit dieser Leistung im Vergleich hinter China und Taiwan wieder einen Spitzenplatz unter den teilnehmenden 35 Nationen ein. Arite Franz wurde Zweitbeste der Welt. Bettina Tonn verfehlte als Vierzehnte nur knapp eine Goldmedaille.
Die Aufgabenstellung war im theoretischen und praktischen Bereich sehr anspruchsvoll. Die deutsche "Mann"schaft war jedoch mit Hilfe von Hochschullehrern der Universität Kiel gut vorbereitet. Unter anderem übte Prof. Helmut Uhlarz mit den Schülerinnen und Schülern im Botanischen Garten Aufgaben zur Blütenökologie. Prof. Hansjörg Rudolph prüfte biologische Fähigkeiten und Fertigkeiten der zehn Besten in der 4. Runde am IPN in Kiel Ende Mai mit einem praktischem Komplex zur Botanik und Biochemie der Kartoffel. Daneben mussten anspruchsvolle theoretische Aufgaben bearbeitet werden, die von den ehemaligen Olympiadeteilnehmern Ralf Kittler und Christiane Mühle mit entwickelt worden waren.

An zwei Sieger der 3. Runde wurden Praktikumsplätze im Ausland vermittelt. Niels Dreyer (Burg/Fehmarn) erhielt einen Platz an der Sommerakademie des MIT in Boston, und Susanne Meyer (Frankfurt/Oder) einen weiteren von der Robert-Bosch-Stiftung geförderten Platz am Weizmanninstitut in Rehovot, der von Prof. Bidlingmaier (Freunde des Weizmanninstitutes e.V. in Bonn) ausgeschrieben worden war.

Die Periode der 10. IBO war durch verschiedene nationale Entwicklungen geprägt, die für die Sicherung und Breitenwirkung des Wettbewerbes in Deutschland von besonderer Bedeutung sind:
Der nationale Auswahlwettbewerb der IBO ist im April 1999 von der 158. Amtschefkonferenz der KMK in die Liste der gesamtstaatlichen Wettbewerbe aufgenommen worden. Hiermit haben sich alle Länder verpflichtet, den vom BMBF geförderten Wettbewerb auszutragen. (vergl. hierzu http://www.kmk.org/aktuell/pm990517.htm).

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An der vierten Runde war erstmals ein Vertrauensmann der Studienstiftung, Prof. Peter Schönheit von der Universität Kiel, beteiligt. Möglichst bald soll die vierte Runde als integratives Auswahlverfahren der Studienstiftung durchgeführt werden. über das weitere Vorgehen wird im Herbst in Bonn entschieden.
Das BMBF hat jährliche Preisgelder für alle Teilnehmer(innen) der 3. bzw. 4. Runde (Büchergutscheine in Höhe von DM 150,- bzw. DM 1.000,- in bar) bewilligt, wenn kein höherwertiger Praktikumsplatz oder die Aufnahme in die Studienstiftung erworben werden können.
Die Teilnahme an der 1. und 2. Runde der IBO sollen künftig als besondere Lernleistung in das Abitur einfließen können. Einige Bundesländer haben hierzu bereits entsprechende Verordnungen erlassen.

Der Termin für die 11. IBO 2000 in Antalya (Türkei) wurde inzwischen auf die Woche vom 9. 7. bis zum 16. 7. 2000 festgesetzt. Die erste Auswahlrunde für diesen Wettbewerb ist bereits abgeschlossen. Es haben bundesweit über 500 Schülerinnen und Schüler teilgenommen, die 250 besten bearbeiten in den nächsten Wochen eine Klausur der zweiten Runde. Die dritte Runde findet am IPN in Kiel vom 21. bis zum 25. Februar 2000 statt.

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