16. IBO 2005 in Peking (China)

Deutschlands Leistungen wurden versilbert

Die 16. Internationale Biologieolympiade fand vom 10. bis zum 17. Juli 2005 in Chinas Hauptstadt Peking statt. Vier deutsche Schüler, wie im vergangenen Jahr eine junge Frau und drei junge Männer, haben erfolgreich daran teilgenommen.

Das Team 2005
Unsere strahlenden Medaillenträger 2005 (von links): Stefan Heinrich, Anne Behrendt, David Haselbach und Richard Rosch

Deutschland konnte sich mit einem soliden Ergebnis, drei Silbermedaillen und einer Bronzemedaille vor vielen europäischen Nationen behaupten. Weiterhin stehen wir zusammen mit dem Vereinigten Königreich und auch mit der Türkei an der Spitze West- und Mitteleuropas und wurden, wenn man die Durchschnittspunktzahl der Teams vergleicht, mit dieser Leistung weltweit zwölftbeste Nation, und zwar auch vor sonst starken Nationen wie Indien oder Iran.

Mit genau 50 Teilnehmerländern, die mit ihren Teams anwesend waren, hatte China zehn Nationen mehr als Australien in den Bann gezogen - vielleicht auch, weil die hohe Teilnehmergebühr vom Vorjahr wieder auf ein Normalmaß gesenkt wurde. Drei Nationen waren nur mit drei Teammitgliedern anwesend, sodass insgesamt 197 Schülerinnen und Schüler anwesend waren: Der bisherige Rekord! Drei weitere Länder hatten Beobachter entsandt: Pakistan sowie Tadjikistan und Spanien (beide zum zweiten Mal).

Bei der Bearbeitung praktischer Aufgaben zählten die deutschen Schüler wie in den vergangenen Jahren zu der Spitze. Experimentelle Fähigkeiten und die Anwendung biologischer Methoden wurden wie bisher sicher beherrscht. Insgesamt mussten in der Praxis vier 90minütige Laboraufgaben bewältigt werden, und zwar zur Molekularbiologie/Gentechnik (Bearbeitung von Lambda-DNA mit Restriktionsenzymen), zur Zellbiologie (Analyse von Zell-, Gewebe- und Chromosomenstrukturen), zur Tieranatomie und ökologie (Bestimmung von Populationsgrößen, Anatomie von Insekten und Krabben/Shrimps) und zur Pflanzenanatomie und -physiologie (Bestimmung, Ernährung und Charakterisierung von Pflanzenpigmenten).


Die chinesische Mauer
Die chinesische Mauer Ein Besuch der chinesischen Mauer nahe Peking gehörte selbstverständlich zum Rahmenprogramm

In den theoretischen Klausuren mussten etwa 150 Aufgaben (von ursprünglich 170) aus allen Bereichen der Biologie gelöst werden, die nicht allein auf Faktenkenntnis beruhten. Die beiden zweieinhalbstündigen Klausurteile erforderten auch umfassende theoretische Kenntnisse und deren technische Anwendung. Am Ende des Wettkampfes wurden während der Abschlusszeremonie von dem Rektor der beteiligten Universität an unsere Schüler folgende Medaillen verliehen:

Das Team konnte wieder auf zwei "Wiederholungstäter" zurückgreifen: Der Silbermedaillist David Haselbach war bereits auf der 15. IBO 2004 in Brisbane Bronzemedaillengewinner und konnte damit sein Ergebnis deutlich steigern. Richard Rosch konnte sein Vorjahresergebnis (Silber) erneut einstellen. Mit Anne Behrendt hatte das deutsche Team eine Teilnehmerin, die bereits in der deutschen Endrunde als Beste abschnitt und aus dem Stand eine Silbermedaille holte. Stefan Heinrich, ihr Mitschüler, war bereits mehrfach Teilnehmer des deutschen Auswahlverfahrens zur IBO, bevor er sich für das Team qualifizieren konnte. An der feierlichen Medaillenverleihung nahm unter anderem auf Einladung der chinesischen Regierung der deutsche Konsul für Wissenschaft und Kultur in Peking, Dr. Hartmut Keune, teil.

Das Rahmenprogramm mit Ausflügen in den Zoo, zur chinesischen Mauer, zur Verbotenen Stadt, zu Tempeln, auf Rikschas durch die Hutong-Siedlung, zum Shopping in die Wang Fui Jing Straße oder zum Peking-Ente-Essen ins Quan Jude Restaurant oder zur Akrobatikshow in das Chao Yong Theater war sehr vielseitig und wird bleibende Eindrücke hinterlassen.

Am Ende machte sich das 11köpfige deutsche Team (Familie Lucius, Ralf Kittler, Christiane Mühle und die vier Medaillenträger) auf eine unvergessliche Post-IBO-Tour in den Süden Chinas, nach KunMing, LiJiang und ShangriLa (Vordertibet) auf.

Bartflechte Botschaftsessen
Richard Rosch findet auf der gemeinsamen Exkursion nach KunMing und LiJiang in einem "verwunschenen Wald" in ShangriLa die Bartflechte "usnea barbata", die dort nur in einer Höhenschicht zwischen 3.300 und 3.500 Metern an Bäumen zu finden ist.
Abendessen am "runden Tisch" mit dem offiziellen Vertreter der deutschen Botschaft in Peking, Dr. Hartmut Keune

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