3. EUSO 2005 in Galway (Irland)

Gold und Silber für sechs deutsche Schülerinnen und Schüler

In der Zeit vom 14. bis zum 21. Mai 2005 fand in Galway (Irland) die Naturwissenschaftsolympiade der EU-Mitgliedsstaaten zum 3. Mal statt. Die EUSO (European Union Science Olympiade) richtet sich an 15- bis gerade erst 17jährige Schülerinnen und Schüler, die besondere Begabungen in den Fächern Biologie, Chemie und Physik zeigen. Ursprünglich sollte der Wettbewerb in Prag in der Tschechischen Republik stattfinden, leider waren die Vorgaben jedoch zeitlich zu knapp, so dass Irland ein weiteres Mal einsprang, um die Kontinuität zu gewährleisten.

EUSO 2005
Team A (von links): Christina Kuhlmey, Maximilian Beyer, Johannes Hofmann.

Das Konzept für die Art der Aufgabenstellung und -bearbeitung wurde vom IPN mit ins Leben gerufen. Jede teilnehmende Nation durfte seit einem änderungsbeschluss bis zu sechs Schüler (früher: neun) entsenden, jeweils zwei aus dem Umfeld der Biologie-, Chemie- und Physikolympiaden. Daraus können maximal zwei Schülerteams aus jeweils drei Schülern gebildet werden. Jedes Team muss sich interdisziplinär zusammensetzen, d.h. je eine Begabte oder einen Begabten in Biologie, Chemie und Physik einschließen. Die Aufgaben müssen interdisziplinär angelegt sein, also sowohl biologische als auch chemische und physikalische Fragestellungen beinhalten, so dass jeder als Experte oder Expertin eines Teams einen Beitrag leisten kann. Die Teams sollen demnach interdisziplinär arbeiten, sich die Teilaufgaben untereinander sinnvoll aufteilen und das Gesamtergebnis gemeinsam herausarbeiten.

Natürlich bedarf es bei dieser Form der Zusammenarbeit einer intensiven Vorbereitung, bei der auch die Teams "entstehen". Denn Olympiadeteilnehmer können nicht unbedingt den Anforderungen benachbarter Fachgebiete gerecht werden, und sie kennen sich häufig auch nicht untereinander. Die Vorbereitung fand in diesem Jahr zum ersten Mal an der Universität Potsdam in Golm am Institut für Genetik statt.

Die zwei deutschen Dreierteams bildeten sich aus einem Mädchen und fünf Jungen im Alter von 15 bis 17 Jahren. Sie hatten sich in der dritten Runde der Biologieolympiade und der Physikolympiade sowie in einigen Mittelstufenwettbewerben der Chemie qualifiziert.

EUSO 2005
Team B (von links): Peter Pinski, Simon Mages, Axel Boeltzig.

Die folgenden Zusammensetzungen der beiden Teams sind jeweils in der Reihenfolge Biologie, Chemie und Physik aufgeführt.

Neben unseren Teams waren die von neun weiteren EU-Staaten beteiligt, und zwar Belgien mit zwei Teams, Irland mit zwei Teams, die Niederlande mit zwei Teams, Spanien mit zwei Teams, Schweden mit zwei Teams, Slowakien mit einem Team, Estland mit zwei Teams, Zypern mit zwei Teams und Lettland mit einem Team. Das Vereinigte Königreich war nicht wie im Vorjahr vertreten. Insgesamt waren 18 Schülerteams mit 54 Schülerinnen und Schülern anwesend. Ferner waren Beobachter aus Griechenland, Polen, Dänemark und Malta entsendet worden.

EUSO 2005
Es durfte "geballert" werden... Unsere Teams als Mitspieler im Rahmenprogramm

Alle Teams mussten an zwei Tagen zwei praktische vierstündige Aufgaben meistern. Beide Aufgaben hatten Wasser zum Thema, am ersten Tag unter umweltbiologischen, am zweiten Tag unter unternehmerischen Gesichtspunkten. Die Arbeitsweisen in den meisten Teams waren wieder durch Selbstständigkeit, Kreativität im Finden von Lösungen, gegenseitige Hilfestellungen innerhalb der Teams, Interaktionen zwischen den Bearbeitern einzelner Teilaufgaben und interdisziplinärer Vorgehensweise geprägt. Alle Delegationsleitungen, aber auch die Schüler selbst waren von der Art der Aufgabenstellung und die Möglichkeiten ihrer Bearbeitung begeistert, die Motivation der Teams war durchweg hoch.

Mit insgesamt drei Gold- und drei Silbermedaillen schnitten unsere Schüler hervorragend ab. Das zweite Team B hatte 83,5 Prozent, das erste Team A 82,25 Prozent der möglichen Punkte und somit Platz 2 und 3 des internationalen Rankings erreicht. Das ist im internationalen Vergleich Spitze. überraschungssieger war das Team aus der slovakischen Republik mit 88,25 Prozentpunkten.

EUSO 2005
Die deutschen Teams erhalten von Michael Cotter, dem Präsidenten der EUSO, den Extrapreis als Gewinner der Spiele im Rahmenprogramm

Die Organisatoren nutzen geschickt die Tatsache, dass während der EUSO-Woche die European Week in Galway veranstaltet wurde. Alle wurden in dem gleichen Hotel untergebracht, dem Corrib Southern.

Das Rahmenprogramm führte die Schüler zu einem Besuch zum Atlantaquaria, dem größten Aquarium Irlands. Im Athenry Castle durfte man sich in Mitteralterlichen Kostümen des Bogenschießens betätigen. Eine weitere Tour führte in das landschaftlich einzigartige County Galway nach Connamara.

Die EUSO wird 2006 zum vierten Mal ausgerichtet, und zwar von Belgien in Brüssel.

Weitere Informationen:

Dr. Eckhard R. Lucius, IPN