Auswahlverfahren

In Deutschland sind alle Schülerinnen und Schüler allgemeinbildender sowie weiterführender Schulen teilnahmeberechtigt, die das 20. Lebensjahr im Jahr des internationalen Wettbewerbs noch nicht vollendet haben. Das Auswahlverfahren erstreckt sich über insgesamt vier Runden und dient dazu bundesweit die besten vier Schülerinnen und Schüler zu finden, die als Mannschaft am internationalen Wettbewerb teilnehmen (Abb. 1).


Abb. 1: Schematische Darstellung des Ablaufs des deutschen Auswahlverfahrens

Das Auswahlverfahren für ein Wettbewerbsjahr beginnt bereits im Mai des Jahres vor der eigentlichen Internationalen Olympiade und erstreckt sich bis zum Wettbewerb im Juli des nächsten Jahres. Damit verbunden findet eine Überlappung der Wettbewerbsrunden verschiedener Auswahljahre statt: Zwischen dritter und vierter Runde des einen Jahres, startet bereits die erste Runde des neuen Wettbewerbsjahres (Abb.2).

Abb. 2: Zeitlicher Ablauf des deutschen Auswahlverfahrens

Die erste Runde besteht aus theoretischen Aufgaben, die zu Hause bearbeitet werden müssen. Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der ersten Runde werden alle, die einen Lösungserfolg von mindestens 50 % erreicht haben, zur zweite Runde zugelassen. Auf unserer Homepage werden ab Ende September allgemeine Beispielaufgaben und Spezialthemen für das aktuelle Wettbewerbsjahr veröffentlicht. Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben dann zwei Monate Zeit sich mit diesen Inhalten zu beschäftigen. Ende November – Anfang Dezember wird dann eine Klausur in der Schule geschrieben. Da die Klausur der zweiten Runde dazu dient aus mehreren hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmern die besten 60 zu finden, ist diese natürlich nicht einfach.

Die besten 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der zweiten Runde kommen in die dritte Runde. Hier trifft man sich für eine Woche zu einem Auswahlseminar. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Runde werden mit Vorträgen und Übungen im Fach Chemie aus- und weitergebildet. Die Vortragenden sind zumeist ehemalige Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Olympiade und reichen von Studierenden und Promovierenden bis hin zu Universitätsdozenten. Bestandteil der dritten Runde sind auch zwei Klausuren von jeweils vier Stunden. Hierzu kann ein Anforderungskatalog hilfreich sein, der hier heruntergeladen werden kann.

Die besten 15 Schülerinnen und Schüler kommen dann zur vierten Runde für eine Woche nach Kiel. Hier werden gezielt praktische Aufgaben geübt und im Labor verschiedene Experimente durchgeführt. Als Leistungsnachweis wird neben einer theoretischen Klausur nun auch eine praktische Prüfung durchgeführt (beide jeweils fünf Stunden). Die besten vier Schülerinnen und Schüler stellen dann die deutsche Mannschaft für die Internationale ChemieOlympiade und fahren zum internationalen Wettbewerb.

Stand: 19.04.16