23. IBO 2012 in Singapur

Deutsches Team kehrt mit vier Silbermedaillen von der Internationalen BiologieOlympiade in Singapur zurück

Das Deutsche Team 2012
Nach der Preisverleihung: das deutsche „Silber“-Team Anna-Laura Wittek, Martina Heller, Clara Bultmann und Christian Vahlensieck (v.l.n.r.) mit seinen Betreuern Dr. Christiane Mühle, Dennis Kappei und Dr. Susanne Behrens-Kneip…
Rund 230 Schüler und Schülerinnen aus 59 Ländern traten vom 8. bis zum 14. Juli 2012 zur 23. Internationalen BiologieOlympiade (IBO) in Singapur an, um sich dort anspruchsvollen theoretischen und praktischen Aufgaben zu stellen und die begehrten Medaillen und Auszeichnungen zu erkämpfen. Mit vier Silberplatzierungen konnte sich das vierköpfige deutsche Team hervorragend behaupten und sich unter den Top10-Nationen platzieren.

Die vier Mitglieder des deutschen IBO-Teams 2012 hatten sich in einem vierstufigen bundesweiten Auswahlwettbewerb, der jährlich vom Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) in Kiel organisiert wird, unter rund 1100 teilnehmenden Schülerinnen und Schülern durchgesetzt und sich damit die Tickets nach Singapur gesichert. Unmittelbar vor der Reise wurden die jungen Biologie-Talente am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried von ehemaligen Olympiade-Teilnehmern aus dem Förderverein der BiologieOlympiade gemeinsam mit dem Schweizer Nationalteam über drei Tage intensiv auf die hohen Anforderungen des internationalen Wettbewerbs eingestimmt. Hier ging es vor allem darum, Fachkenntnisse aufzufrischen, häufig wiederkehrende Techniken einzuüben und sich vermeidbare Fehler zu vergegenwärtigen. So flogen bestens vorbereitet die jungen Olympioniken

Clara Bultmann, Adolf-Schmitthenner-Gymnasium Neckarbischofsheim (Baden-Württemberg)
Christian Vahlensieck, Hardtberg-Gymnasium Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Martina Heller, Werner-von-Siemens-Gymnasium Magdeburg (Sachsen-Anhalt)
Anna-Laura Wittek, Friedrichs-Gymnasium Herford (Nordrhein-Westfalen)
Die Medaillen des deutschen Teams
……und seine Medaillen
am 7. August einer ereignisreichen und spannenden Woche entgegen.

Die Wettbewerbsaufgaben waren vom Gastgeberland sehr sorgfältig und gründlich vorbereitet. Die vier praktischen Prüfungen fragten die verschiedensten Gebiete der Biologie ab. So gab es eine Aufgabe zur Zell- und Molekularbiologie, in der eine Karte der Schnittstellen von Restriktionsenzymen in einem Plasmid erstellt werden musste (hier konnte Clara Bultmann die maximale Punktzahl erreichen!). Eine weitere Aufgabe widmete sich der Mikrobiologie und Biochemie. Hier galt es, die Wirkung von Antibiotika und Phagen auf Bakterien zu untersuchen, die Phagenmenge zu bestimmen und die Titration einer Aminosäure vorzunehmen.

Das deutsche Team nach dem praktischen Test
Der praktische Teil ist geschafft...
In einer Aufgabe zur Diversität und Anatomie der Pflanzen ging es um die Morphologie von Samen und Keimlingen - darunter auch die Nationalfrucht Singapurs, die Durian - sowie um ein Photosynthese-Experiment. In der vierten Frage schließlich wurde die Tierphysiologie und Ökologie behandelt. Hier mussten Muscheln seziert und ein ökologisch-statistischer Versuch ausgewertet werden.

Auch die beiden dreistündigen theoretischen Prüfungen stellten hohe Anforderungen an die Teilnehmer. Es waren jeweils rund 50 komplexe Aufgaben und Zuordnungen zur Zellbiologie, Verhaltensbiologie, Ökologie, Biosystematik, Genetik und Evolution sowie zur Physiologie und Anatomie der Pflanzen und Tiere zu bewältigen. Mit vier Silberrängen - davon zwei im vorderen Feld aller Silberplatzierungen – hat das deutsche Team eine ganz hervorragende Leistung erbracht – diese ist umso bemerkenswerter, als alle vier Schüler erstmals an einer IBO teilnahmen. Ein großartiger Erfolg!

Theoretischer Test
...die Theorie auch bald.

Deutschland ist mit diesen Ergebnissen europaweit drittbeste Nation in der BiologieOlympiade und teilt sich im Medaillen-Ranking international mit Indien, Japan und dem Vereinigten Königreich den 9. Platz. Das Gastgeberland Singapur ging - dicht gefolgt von den Vereinigten Staaten von Amerika - als Siegernation aus dem Wettbewerb hervor und konnte darüber hinaus auch den weltbesten Schüler der IBO feiern.

Das deutsche Team mitten drin
Das deutsche Team "mitten drin".

Neben dem eigentlichen Wettbewerb hatten die Gastgeber „für zwischendurch“ ein vielfältiges und spannendes Rahmenprogramm vorbereitet, mit dem sie den jugendlichen IBO-Teilnehmern und ihren Betreuern Land und Leute nahe brachten. Besuche des Peranakan Museums und des Nationalmuseums von Singapur, vor allem aber auch die beeindruckenden tänzerischen und musikalischen Darbietungen während der Eröffnungs- und Abschlussveranstaltungen hinterließen bleibende Eindrücke vom Traditionsreichtum und von der kulturellen Vielfalt des Landes. Besuche der beiden Universitäten, sowie der Behörde für Wissenschaft, Technologie und Forschung (A*Star) und der Wasserreinigungsanlage gewährten Einblicke in das Bildungs- und Technologiewesen Singapurs. Ein besonderes Anliegen war es den Organisatoren, auch die große „Leidenschaft“ Singapurs, die vielfältige Küche, mit ihren Gästen zu teilen. Und so wurde die IBO-Woche auch zu einer spannenden kulinarischen Reise.

Begehbare DNA
Begehbare DNA in Singapur Downtown

Im Zoo, im Jurong Bird Park, dem größten Vogelpark der Welt, und in der Unterwasserwelt von Singapur durften die internationalen Delegationen schließlich eine faszinierende Tiervielfalt hautnah erleben – kaum Jemandem hatte wohl je zuvor ein Rochen direkt aus der Hand gefressen! Auch das gemeinsame Basteln und abendliche Steigenlassen von Drachen auf dem Dach der Marina Barrage, einem großen Frischwasserreservoir im Herzen der Stadt, wird allen Teilnehmern ein unvergessliches Erlebnis bleiben.

Reich an Erlebtem kehrten unsere Sieger erschöpft aber glücklich von einer sehr gelungenen IBO zurück, die ihnen sicherlich noch lange in freudiger Erinnerung bleiben wird.

PD Dr. Susanne Behrens-Kneip, IPN Kiel, Geschäftsführerin IBO Deutschland, August 2012

Weitere Bilder aus Singapur

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Weitere Informationen:

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